19 | 11 | 2019

Ortung von Grundwasserzutritten

Oftmals erfordern Fragestellung wie zum Beispiel

  • bei der Ausbauplanung von Brunnen

  • Brunnenregenerierung

  • Errichtung von Erdwärmesonden oder

  • bei der Entwicklung eines Grundwasser-Sanierungskonzeptes,

einzelne Grundwasserzutritte in eine Bohrung bzw. Grundwassermessstelle genauer zu orten, deren Anteil an der Ergiebigkeit einer Grundwassermessstelle zu kennen, sowie hinsichtlich der Mineralisierung des Grundwassers zu unterscheiden.

 

Grundwasserzutritte in eine Grundwassermessstelle oder auch in ein offenes Bohrung werden mit für die lokalen Gegebenheiten geeigneten Verfahren lokalisiert:

Flowmetermessungen liefern in Gebirgen mit Durchlässigkeiten > 10-6m/s wichtige Informationen zur Beantwortung von Fragestellungen, die den Grundwasserzutritt in ein Bohrloch betreffen:  

Während der Pumpmaßnahme registriert die Flowmetermessung die vertikale Verteilung der Fließgeschwindigkeit des Grundwassers im Bohrloch / Grundwassermessstelle. Die Fließgeschwindigkeit im Bohrloch nimmt dabei von unten nach oben in Form einer Summenkurve zu. Im Grundwasserzutrittbereich flacht der Kurvenverlauf der Fließgeschwindigkeit merklich ab.

Aus  dem Kurvenverlauf der Flowmetermessung lassen sich die prozentualen Zuflussanteile der Grundwasserzutritte bezogen auf die Gesamtfördermenge ableiten.

Ist mittels eines Pumpversuches vorab die Transmissivität des Bohrloches bestimmt worden, wird mit einer Flowmetermessung nicht nur die vertikale Lage der Grundwasserzutritte und deren jeweiliger relative Anteil am Gesamtzufluss aufgezeigt, sondern auch die vertikale Verteilung der Gebirgsdurchlässigkeit über die Bohrtiefe ermittelt.

 

Das Fluid-Logging liefert in Grundwassergeringleitern gute Erkenntnisse zur exakten Lokalisation von Grundwasserzutritten in eine Bohrung und gegebenenfalls deren Mineralisation:

Beim Fluid-Logging wird nach dem Austausch des Bohrlochfluides gegen eine Kontrastflüssigkeit (hochmineralisiertes Wasser oder entionisiertes Wasser)  durch eine konstante Grundwasserentnahme ein hydraulisches Gefälle vom Gebirge zum Bohrloch erzeugt und dabei mehrfach zeitlich hintereinander teufenbezogen Temperatur und Leitfähigkeit im wassererfüllten Bohrloch aufgezeichnet. Die Peakentwicklung in den multitemporalen Temperatur- Leitfähigkeits-Logs  zeigen Lage, Intensität sowie Druckpotential der Zuflusszonen an.

 

Manchmal kann auch bereits ein einfaches Sal-Temp-Log ohne FLuidaustausch im Vorfeld Hinweise auf Grundwasserzuflusszonen innerhalb eines Bohrloches liefern.

 

Ergänzend erkundet die horizontierte Grundwasserbeprobung den Mineralisierungsgrad und die Hydrochemie der zutretenden Grundwässer.