22 | 10 | 2019

Überprüfung der Filterschlitze

Verockerungen innerhalb der Filterschlitze beeinträchtigen den Grundwasserzutritt in die Grundwassermessstelle

 radialblick auf freie filterschlitze

Offene Filterschlitze sind die Voraussetzung für den freien Grundwassereintritt in die Grundwassermessstelle. In Folge von hydrochemischen wie auch biochemischen Reaktionen in der Grundwassermessstelle können sich diese jedoch mit der Zeit mehr oder weniger stark zusetzen.

radialblick auf fe-hydroxidausfllung

Treffen innerhalb eines Grundwasseraufschlusses chemisch unterschiedliche Grundwässer aufeinander, kann das hydrochemische Ungleichgewicht Reaktionen auslösen, bei denen amorphes Eisenhydroxid oder Manganoxide ausfallen. Diese lagern sich bevorzugt auf den Oberflächen älterer Eisenoxide an.

 

Die lokalen Strömungsbedingungen innerhalb einer Grundwassermesstelle bestimmen wo und in welcher radialblick auf fe-hydroxidausfllungen 2Ausprägung sich die Oxidausfällungen - auch Verockerungen genannt - anlagern:

In Bereichen mit geringer Strömung setzen sich die Verockerungen innerhalb der Filterschlitze fest und behindern zunehmend den weiteren Grundwasserzutritt.

 

radialblick auf fe-hydroxidausfllungen bei freien filterschlitzen

In Abschnitten mit höherem Grundwasserübertritt in die Grundwassermessstelle ist innerhalb der Filterschlitzen die Strömung zu groß, als dass sich die Eisenhydroxide innerhalb der Filterschlitze festsetzen könnten. Die Verockerungen konzentrieren sich hier auf die Bereiche der Filterstege. Das Grundwasser kann weiter ungehindert einströmen.

 

 

radialblick auf biofilmanlagerungen mit zugesetzten filterschlitzenUnter günstigen Bedingungen stellen mit Schadstoffen wie die Mineralölkohlenwasserstoffe belastete Grundwässer einen nährstoffreichen Lebensraum für im Grundwasserleiter lebende Mikroorganismen dar. Diese an diesen Lebensraum angepassten Mikroorganismen leben in Form von Kolonien auf bzw. in den von ihnen selbst gebildeten mattig bis gespinstartig ausgebildeten Biofilmen, die hier an der Filterrohrinnenwandung zu erkennen sind. Diese bestehen im wesentlichen aus Polysacchariden, organischen und anorganischen Verbindungen und  Einschlüssen sowie aus Enzymen und Wasser. Aufgrund ihrer negativen Oberflächenladung weisen die Polysaccharidgespinste eine große Anziehungskraft für positiv geladene Partikel wie zum Beispiel Eisenoxide auf. Sie wirken wie Kollektoren für biologisch wie chemisch entstandene Eisenoxidpartikel, die die Schutzhüllen rötlich-braun einfärben. Die mehrlagigen mit Eisenoxiden angereicherten Biofilme können den ungestörten Grundwasserzutritt behindern.

Eine geeignete Brunnenregenerierung stellt die Güte der Grundwassermesstelle wieder her.